Firma gründen in Liechtenstein: Dein Guide zu Vorteilen, Kosten & Steuern

Lukas Wolff

Suchst du nach dem optimalen Standort für dein internationales Business? Das Fürstentum Liechtenstein ist zwar klein, punktet aber mit enormen Vorteilen: politische Stabilität, hohe Rechtssicherheit und eine attraktive Unternehmenssteuer von 12,5 % auf den Reingewinn.

Doch mit der Entscheidung kommen Fragen auf: Welche Rechtsform wähle ich? Wie hoch sind die Gründungskosten? Und wie manage ich mein internationales Finanzwesen effizient, wenn meine Firma in Liechtenstein sitzt, ich aber weltweit Geschäfte mache?

Dieser umfassende Leitfaden führt dich Schritt für Schritt durch alle rechtlichen, steuerlichen und organisatorischen Aspekte der Firmengründung in Liechtenstein. Erfahre, wie du die Bürokratie meisterst und wie Wise Business dir dabei hilft, deine grenzüberschreitenden Zahlungen und den Umgang mit Fremdwährungen schlank, günstig und ohne Währungsstress zu steuern.

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Vor- und Nachteile einer Firmengründung in Liechtenstein

Wenn du mit dem Gedanken spielst, in Liechtenstein zu gründen, lohnt sich ein klarer Blick auf die Vor- und Nachteile – damit du weißt, worauf du dich einlässt.

Vorteile

Liechtenstein bietet einiges, was vor allem Unternehmer reizvoll finden. Die politische und wirtschaftliche Stabilität ist hoch, das Land gilt als ein verlässlicher Rechtsraum mit guter Reputation. Außerdem gelten Körperschaften grundsätzlich einem Flatrate-Steuersatz von 12,5 % auf den Nettogewinn – was im europäischen Vergleich eindeutig wettbewerbsfähig ist. Ein weiterer Vorteil ist, dass Dividendenerträge und Kapitalgewinne aus Beteiligungen unter bestimmten Bedingungen steuerfrei sein können, wodurch Holdingstrukturen häufig interessant sind. Liechtenstein ist Mitglied des EWR/EEA, nutzt aber den Schweizer Franken (CHF) als Währung, was Wechselrisiken gegenüber Euro reduziert, wenn du viele Transaktionen in CHF oder mit der Schweiz hast. Und zu guter Letzt hat das Land eine relativ liberale Wirtschaftspolitik und verhältnismäßig überschaubare bürokratische Hürden, sofern du vor Ort kompetente Unterstützung nutzt.

Nachteile

Aber es gibt auch einige Herausforderungen: Zunächst ist die Pflicht, einen inländischen Direktor oder zumindest einen legalen Vertreter zu haben, und teilweise ein relativ hohes Mindestkapital, was den Einstieg verteuern kann. Es bestehen Mindestkapitalbeträge von 10.000 bis 30.000 Euro, je nach Gesellschaftsform. Außerdem existiert eine Mindeststeuer von 1.800 CHF jährlich, selbst wenn dein Unternehmen wenig Gewinn macht.1 Bei Beteiligungserträgen aus ausländischen Gesellschaften gelten Anti-Missbrauchsregeln (etwa wenn die ausländische Gesellschaft überwiegend passives Einkommen erzielt), sodass nicht alle Dividenden steuerfrei sind. Die Anzahl der Doppelbesteuerungsabkommen ist begrenzt, was bei internationalen Geschäftsbeziehungen zu höheren Quellensteuern führen kann. Schließlich kann der administrative Aufwand – etwa Buchführung, Steuererklärungen in CHF, rechtliche Compliance – ohne lokale Expertise sehr anspruchsvoll sein.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: So gründest du deine Firma in Liechtenstein

Wenn du deine Firma in Liechtenstein gründest, läuft das typischerweise so ab: du entscheidest dich zuerst für eine Rechtsform, meist eine GmbH oder AG, und legst Name, Geschäftszweck und Sitz fest. Anschließend lässt du die Gründungsdokumente (Statuten, Gesellschaftsvertrag) notariell beurkunden, reichst Identitätsnachweise und erforderliche Auszüge wie einen Strafregisterauszug ein und zahlst das notwendige Stammkapital auf ein Gründungskonto ein. Danach wirst du ins Handelsregister eingetragen, beantragst alle erforderlichen Genehmigungen und Registrierungen (z. B. Gewerbeerlaubnis, Steuerbehörde) und richtest deine Buchhaltung und Compliance-Strukturen ein, sodass du den Geschäftsbetrieb starten kannst.

Hier eine praktische Anleitung:

1) Rechtsform & Strategie festlegen

Zuerst entscheidest du, welche Rechtsform für dein Vorhaben passt – oft sind das die GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) oder die AG (Aktiengesellschaft / Gesellschaft mit beschränkter Haftung durch Aktien). Die GmbH eignet sich eher für kleinere Unternehmen, da das Mindestkapital niedriger ist. Die AG passt, wenn du mit Investoren arbeitest oder große Volumina planst. Liechtenstein bietet auch andere Formen (z. B. Anstalt) für spezielle Zwecke.2

2) Firmennamen & Sitz bestimmen

Als nächstes musst du einen einzigartigen Firmennamen wählen, der noch nicht im Handelsregister existiert, und die Rechtsform richtig angeben (z. B. „GmbH“ oder „AG“). Danach legst du den geschäftlichen Sitz in Liechtenstein fest – das ist Pflicht, damit die Firma rechtlich existieren darf.

3) Gründungsdokumente erstellen & notariell beurkunden

Du lässt den Gesellschaftsvertrag / die Statuten ausarbeiten. Darin werden Name, Geschäftszweck, Kapital, Gesellschafter, Organe etc. geregelt. Diese Dokumente müssen notariell beurkundet werden, oft in Liechtenstein, und von allen Beteiligten unterzeichnet sein. Außerdem müssen alle Gründer und Geschäftsleiter ihre Identität nachweisen – meist über beglaubigte Ausweiskopien, Aufenthaltsnachweise etc.
In vielen Fällen wird auch ein Strafregisterauszug (polizeiliches Führungszeugnis) verlangt, um sicherzustellen, dass Geschäftsleiter keine relevanten Vorstrafen haben.

4) Einzahlung des Stammkapitals

Du eröffnest ein vorläufiges Geschäftskonto (bei einer liechtensteinischen oder anerkannten Bank) und zahlst das Mindeststammkapital ein. Bei einer GmbH beträgt dieses z. B. CHF/EUR 10.000. Für eine AG sind in der Regel CHF/EUR 50.000 vorgeschrieben.3 Die Einzahlung muss vollständig erfolgen, bevor die Firma registriert wird.

5) Eintragung ins Handelsregister / Öffentlichkeitsregister

Mit den beurkundeten Dokumenten und dem Nachweis über die Kapitaleinzahlung reichst du alles beim Amts für Justiz / Handelsregister ein. Dort erfolgt die Prüfung, und wenn alles korrekt ist, wird deine Firma offiziell eingetragen. Auf die Eintragung folgt die Veröffentlichung eines Auszugs mit den wesentlichen Daten (Firma, Sitz, Organe, Kapital) in öffentlichen Registern.

6) Genehmigungen & behördliche Anmeldungen

Je nach Geschäftstätigkeit brauchst du unter Umständen zusätzliche Genehmigungen (z. B. Finanzdienstleistungen, Gesundheit, Bewilligungen gemäß dem Liechtensteiner Handelsgesetz). Wenn du Mitarbeiter beschäftigst, meldest du dein Unternehmen außerdem bei Versicherungs- und Sozialämtern an. Zugleich setzt du deine Buchhaltungspflichten, Steueranmeldung (Ertragssteuer, Mehrwertsteuer etc.) und die Compliance-Regeln in Kraft.

7) Beginn des Geschäftsbetriebs

Sobald die Eintragung erfolgt ist und alle Formalien erledigt sind, kannst du offiziell dein Geschäft aufnehmen: Verträge abschließen, Kunden bedienen, Mitarbeiter einstellen. Ab jetzt musst du laufend bilanzieren, Steuererklärungen abgeben, Jahresabschlüsse erstellen und ggf. eine Revisionsstelle (Prüfer) einsetzen, falls die Größen- oder Umsatzschwellen überschritten werden.

Finanz-Management: Das Geschäftskonto für deine Firma in Liechtenstein

Wenn du ein Unternehmen in Liechtenstein betreibst, ist die Wahl des passenden Geschäftskontos eine der zentralen Weichen, damit deine Finanzen effizient laufen – besonders, wenn du zwischen CHF und EUR regelmäßig Geld bewegst. Ein herkömmliches Schweizer oder liechtensteinisches Bankkonto kann zwar sinnvoll sein, bringt aber eben oft hohe Wechselkursauf­schläge, komplizierte Umrechnungsprozesse und generell höhere Gebühren mit sich, sobald du internationale Transaktionen tätigst oder Fremdwährungen verwendest. Wenn du außerdem aus Österreich steuerlich oder operativ agierst, willst du idealerweise ein Setup, mit dem du bequem von zuhause aus steuern kannst, ohne ständig zwischen Konten und Währungen jonglieren zu müssen.

Wise Business für dein internationales Finanzmanagement

Mit Wise Business hast du ein flexibles Tool an der Seite, das sich ideal für Unternehmen mit grenzüberschreitender Ausrichtung eignet.

Hier bietet Wise gleich mehrere Vorteile für deine Firma in Liechtenstein

  • Multi-Währungs-Konto: Du kannst Guthaben in CHF, EUR und über 40+ weiteren Währungen halten, senden und empfangen.
  • Echter Wechselkurs: Der Währungstausch erfolgt zum echten Mid-Market-Kurs, ohne versteckte Aufschläge. Dadurch sparst du gegenüber traditionellen Banken deutlich.
  • Nahtlose Konvertierungen: Wenn du CHF in EUR tauschen willst (oder umgekehrt), geht das schnell und transparent, und du siehst im Vorfeld, wieviel an Gebühren anfällt – keine bösen Überraschungen.
  • Einfaches Management aus Österreich heraus: Deine Finanzen steuerst du zentral über das Wise-Dashboard (Web oder App). Du brauchst nicht ständig in Liechtenstein präsent zu sein, um Zahlungen zu autorisieren oder Konten zu überwachen.
  • Lokale Kontodaten in mehreren Währungen (z. B. IBANs etc.) – so als hätte dein Unternehmen Konten direkt in Ländern, ohne dass du physisch vor Ort sein musst.
  • Team- und Rollenverwaltung: Du kannst Mitarbeitende hinzufügen, ihnen spezifische Berechtigungen geben (Zahlung, Ansicht, Admin etc.).
  • Batch-Zahlungen (Massenzahlungen) zum Beispiel für Gehälter oder Lieferanten – Zeitersparnis bei vielen Transferaufträgen.
  • Integrationen mit Buchhaltungssoftware, sodass Transaktionen automatisch synchronisiert werden und dein Buchhalter weniger manuell eintragen muss.

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Steuern in Liechtenstein: Was du wissen musst

In Liechtenstein gilt für Kapitalgesellschaften (z. B. GmbH und AG) ein Flat-Körperschaftsteuersatz von 12,5 % auf den steuerpflichtigen Jahresgewinn. Unternehmen mit Sitz in Liechtenstein unterliegen grundsätzlich einer unbegrenzten Steuerpflicht auf ihr weltweites Einkommen, während ausländische Firmen meist nur auf in Liechtenstein entstandene Erträge besteuert werden.1

Darüber hinaus existiert eine Mindeststeuer (minimum corporate tax) in Höhe von CHF 1.800 pro Jahr, die selbst dann fällig wird, wenn der Gewinn gering oder negativ ist – allerdings kann diese Mindeststeuer mit der regulären Steuer angerechnet werden. Liechtenstein erlaubt auch Verlustvorträge ohne zeitliche Begrenzung.4 Und bestimmte Beteiligungserträge, Kapitalgewinne oder Dividenden können, unter Beachtung von Anti-Missbrauchsregeln, steuerfrei sein.

Außerdem erhebt Liechtenstein keine Quellensteuer auf Dividenden, Zinsen oder Lizenzgebühren aus inländischen Quellen. Wenn also ein liechtensteinisches Unternehmen Dividenden ausschüttet, Zinsen zahlt oder Lizenzgebühren vergibt, zieht der Staat nicht automatisch einen Steuerbetrag an der Quelle ein, bevor der Empfänger das Geld sieht.

Die Mehrwertsteuer (Umsatzsteuer, MwSt / VAT) im Liechtensteiner System ist identisch mit dem in der Schweiz, also mit einem Standardsteuersatz von 7,7 % (bzw. in gewissen Fällen reduzierte Raten).

Fazit und Empfehlung

Die Gründung einer Firma in Liechtenstein bringt echte Vorteile. Du profitierst von politischer und wirtschaftlicher Stabilität, einem klar strukturiertem Steuersystem mit dem Flat-Körperschaftsteuersatz von 12,5 % und attraktiven Rahmenbedingungen für Beteiligungsstrukturen und Holdingmodelle (z. B. Steuerfreiheit für Dividenden unter bestimmten Bedingungen).Dennoch ist ein erfolgreiches Unternehmen in Liechtenstein nur möglich, wenn du deine Finanzstrategie clever aufstellst – Wechselkurse zwischen CHF und EUR, Bankgebühren, Währungsrisiken und internationale Zahlungen können andernfalls teuer werden.

Als smarte Ergänzung zu deinem klassischen Konto empfehle wir Wise Business: Mit einem Multi-Währungs-Konto kannst du Guthaben in CHF, EUR und über 40 weiteren Währungen halten, zu echten Marktwechselkursen tauschen und Zahlungen weltweit effizient abwickeln (ohne versteckte Aufschläge). So behältst du auch von Österreich oder jedem anderen Ort aus volle Kontrolle über deine Finanzen, minimierst unnötige Kosten und gestaltest dein grenzüberschreitendes Geschäft flexibler.

Wenn du planst dein Unternehmen international auszurichten, ist der nächste Schritt eindeutig: Eröffne dein Wise Business-Konto und los geht’s!

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie hoch ist die Körperschaftsteuer in Liechtenstein?

In Liechtenstein gilt ein Flat-Steuersatz von 12,5 % auf den steuerpflichtigen Gewinn (netto). Zudem existiert eine Mindeststeuer von CHF 1.800 pro Jahr, die sogar dann fällig wird, wenn das Unternehmen wenig bis keinen Gewinn erwirtschaftet.

Brauche ich einen Wohnsitz in Liechtenstein, um eine Firma zu gründen?

Nein, ein Wohnsitz in Liechtenstein ist nicht zwingend erforderlich, um dort eine Firma zu gründen. Entscheidend ist, dass die Firma einen offiziellen Geschäftssitz (registered office) in Liechtenstein hat und die gesetzlichen Anforderungen erfüllt sind.

Kann ich eine liechtensteinische Firma auch von Österreich aus verwalten?

Ja, du kannst deine liechtensteinische Firma aus Österreich heraus verwalten, sofern du geeignete Strukturen und Bevollmächtigungen eingerichtet hast. Viele Abläufe lassen sich digital regeln, und du kannst Vertreter, Treuhänder oder Manager vor Ort einsetzen, um juristische Präsenz zu sichern.

Was ist der Unterschied zwischen einer Anstalt und einer GmbH in Liechtenstein?

Die Anstalt ist eine spezielle liechtensteinische Rechtsform mit flexibler Struktur, die sowohl gemeinnützige als auch wirtschaftliche Zwecke verfolgen kann. Das Mindestdotationskapital für eine Anstalt beträgt CHF 30 000, wenn sie ohne Aktienstruktur geführt wird; ist das Kapital in Anteile (shares) gegliedert, liegt das Minimum bei CHF 50 000.5

Im Unterschied dazu benötigt** eine GmbH** in Liechtenstein ein Mindeststammkapital von CHF 10 000 bzw. den entsprechenden Gegenwert in einer anderen Währung. Die “Gesellschaft mit beschränkter Haftung” ist eine bekanntere Formen, ähnlich der GmbH in Deutschland oder Österreich. Auch hier haften die Gesellschafter grundsätzlich nur mit ihrer Einlage, nicht mit ihrem Privatvermögen.

Wie funktioniert die Besteuerung von Dividenden?

Dividenden, die ein liechtensteinisches Unternehmen erhält, sind in vielen Fällen steuerfrei, insbesondere wenn sie aus Beteiligungen stammen. Es gibt jedoch Einschränkungen: Wenn das ausschüttende Unternehmen im Ausland ansässig ist, überwiegend passives Einkommen erzielt und in einem Niedrigsteuerland operiert, kann eine Besteuerung von 12,5 % greifen.


Quellen:

  1. Steuern, pwc, 28.09.2025
  2. Business Hub in Liechtenstein, 28.09.2025
  3. COMPANY FORMATION in Liechtenstein, 28.09.2025
  4. Steuer-Gesetz, Zu Art. 57 - Verluste (Art. 57 VV), 28.09.2025
  5. Anstalt Definition

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