Miles & More Kreditkarte in Österreich: Lohnt sie sich für Vielflieger?

Lukas Wolff

Seit Ende 2025 gibt es in Österreich eine neue Miles & More Kreditkarte, die nun nicht mehr von Card Complete herausgegeben wird, sondern von Erste Bank und Sparkassen. Für alle, die regelmäßig mit der Lufthansa Group fliegen oder einfach gerne Meilen sammeln, klingt das erstmal verlockend, allerdings hat sich mit der Übernahme durch die Erste Bank auch einiges geändert.

In diesem Artikel sehen wir uns an, was die neue Austrian Miles & More Kreditkarte zu bieten hat und ob die Benefits wirklich die stolze Jahresgebühr rechtfertigen. Hier erfährst du, für wen sich die Karte lohnt und wo die versteckten Kostenfallen lauern.

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Die Austrian Miles & More Kreditkarten in Österreich: Status-Check 2026

Als Treueprogramm der Lufthansa Group bietet Miles & More über 36 Millionen TeilnehmerInnen weltweit die Möglichkeit, Meilen zu sammeln – und dank der Kreditkarten nicht nur beim Fliegen, sondern auch im Alltag. 20 Länder haben mittlerweile eine Miles & More Kreditkarte. Österreich gehört schon seit Längerem dazu, nun hat die Meilen-Kreditkarte aber ihren Herausgeber gewechselt. Seit Ende 2025 gibt es die Miles & More Karte von Austrian nur noch bei Erste Bank und Sparkassen.

Aktuell gibt es 3 Kartenvarianten von Miles & More in Österreich:¹

  • Austrian Miles & More Premiumcard:² 19,80 EUR pro Monat (237,60 EUR/Jahr)
  • Austrian Miles & More Business Smartcard: 7,50 EUR pro Monat (90 EUR/Jahr)
  • Austrian Miles & More Business Premiumcard: 19,80 EUR pro Monat (237,60 EUR/Jahr)

Die erste Variante richtet sich an Privatkundlnnen, die beiden anderen Kreditkarten sind ausschließlich für Unternehmen gedacht. Deswegen konzentrieren wir uns in diesem Artikel auf die Austrian Miles & More Premiumcard – die Karte für alle, die privat viel unterwegs sind und ihre Ausgaben zum Meilen sammeln nutzen wollen.

Übrigens brauchst du kein Konto bei der Erste Bank oder einer Sparkasse, um die Austrian Miles & More Kreditkarte zu beantragen. Das macht die Sache deutlich unkomplizierter, wenn du mit deiner Hausbank zufrieden bist und nicht wechseln möchtest.


Die wichtigsten Benefits der Miles & More Kreditkarte Österreich

Im Kern geht's bei der Austrian Miles & More Kreditkarte natürlich ums Sammeln und Einlösen von Meilen für Prämienflüge und das Sammeln von Points, um einen begehrten Vielfliegerstatus zu erreichen.

Das ist aber noch nicht alles, denn die Premiumcard hat viele weitere Extras. Was genau bekommst du im Jahr 2026 für deine knapp 240 EUR im Jahr? Hier die Übersicht:²

  • Willkommensbonus bei Neueröffnung: 5.000 Meilen und 40 Points zum Start (Stand: Jänner 2026)
  • Meilen sammeln: 1 Prämienmeile pro 1,50 EUR Kartenumsatz bei zulässigen Ausgaben; 1 Bonus Meile pro 1 EUR Umsatz direkt auf austrian.com
  • Meilenverfall stoppen: Solange die Karte aktiv ist, verfallen deine gesammelten Meilen nicht
  • Lounge-Zugang am Flughafen über Priority Pass: 4x jährlich kostenlos (danach gegen Aufpreis)
  • FastTrack am Flughafen Wien: 4x jährlich kostenlos durch die Sicherheitskontrolle durchrauschen
  • Geld zurück für Fremdwährungszahlungen: 6x jährlich kannst du die angefallenen Fremdwährungsgebühren über George zurückfordern

Heutzutage kommt keine echte Reise-Kreditkarte mehr ohne ein umfassendes Versicherungspaket aus. Auch hier kannst du mit der Miles & More Kreditkarte in Österreich einiges herausholen:

  • Ambulanzflug/Rücktransport
  • Auslandsreise-Krankenversicherung
  • Auslandsreiseabbruch-Versicherung
  • Bergungskosten/Hubschrauberrettung
  • Reise-Unfallversicherung
  • Reisehaftpflicht-Versicherung
  • Reisestorno-Versicherung
  • Reisegepäckversicherung
  • Versicherung bei Flugverspätung und -versäumnis
  • Versicherung bei KfZ-Abschleppkosten
  • Versicherung bei Schibruch
  • Medizin- und Rechtshilfe-Assistance im Ausland
Ganz wichtig: Damit deine Reise auch von diesen Versicherungen abgedeckt ist, musst du sie komplett mit deiner Miles & More Kreditkarte bezahlt haben.

Meilen sammeln im Alltag: Was bringen die Karten wirklich?

Schauen wir uns an, wie viele Meilen du mit deiner Austrian Miles & More Premiumcard überhaupt sammeln kannst. Die Sammelrate liegt bei 1 Prämienmeile pro 1,50 EUR Kartenumsatz bei zulässigen Ausgaben. Das ist ehrlich gesagt kein besonders großzügiges Verhältnis – andere Vielfliegerkarten in Europa bieten teils bessere Konditionen. Um nennenswerte Punkte zu sammeln und sie für Flüge und Upgrades bei Airlines einzulösen, musst du also ganz schön viel ausgeben.

Eine kleine Ausnahme gibt's aber: Wenn du direkt auf austrian.com buchst, bekommst du 1 Bonus Meile pro 1 EUR Umsatz. Einen Turbo zum Punkte sammeln, wie zum Beispiel bei den American Express Kreditkarten, gibt es bei Miles & More aber leider nicht.

Der Willkommensbonus von aktuell 5.000 Meilen und 40 Points (Stand: Jänner 2026) ist ein netter Start, aber auch nicht überragend. Manche internationale Kreditkarten bieten beim Onboarding deutlich höhere Boni – hier hält sich die Erste Bank/Sparkasse eher zurück.

Was aber wirklich praktisch ist: Solange deine Karte aktiv bleibt, verfallen deine Meilen nicht. Bei vielen Vielfliegerprogrammen ist das Verfallsdatum ein ständiges Ärgernis – hier hast du dieses Problem als Vielflieger nicht.


Die versteckte Kostenfalle: Zahlungen in Fremdwährungen

Und hier kommen wir zum Knackpunkt, der bei vielen Kreditkarten gerne kleingedruckt wird: die Fremdwährungsgebühren. Gerade wenn du viel reist – und dafür ist die Miles & More Kreditkarte ja eigentlich gedacht –, zahlst du im Ausland häufig in anderen Währungen als EUR. Und genau dann wird's teuer, denn bei jeder einzelnen Ausgabe in einer Fremdwährung berechnet die Erste Bank/Sparkasse Gebühren.

Fremdwährungsgebühren bei Auslandszahlungen

Bei Kreditkartenzahlungen am Bezahlterminal und bei Internetzahlungen in anderer Währung als EUR fällt bei der Austrian Miles & More Kreditkarte eine Gebühr von 1,5 % vom Betrag an.³ Das klingt erstmal nicht dramatisch, summiert sich aber schnell.

Ein Beispiel: Wenn du in London für 500 GBP einkaufst, zahlst du zusätzlich 7,50 GBP nur an Fremdwährungsgebühren – ohne dass du es überhaupt bemerkst.

Im Gegensatz zu vielen anderen Kreditkartenherausgebern zeigt sich die Erste Bank aber ein wenig kulant: Als HauptkarteninhaberIn der Premiumcard kannst du diese Fremdwährungsentgelte 6 Mal pro Jahr im Online Banking George zurückfordern. Das ist ein nettes Feature, aber du musst aktiv daran denken und die Rückforderung selbst einreichen – automatisch passiert da nichts.

Wenn du einen größeren Urlaub außerhalb der Eurozone planst, solltest du hier also strategisch vorgehen und deine 6 Rückforderungen clever einlösen. Wenn du weißt, dass du in New York eine Woche lang unterwegs bist, sammle deine größeren Zahlungen oder hebe einmalig mehr Geld ab und hole dir die Gebühren anschließend wieder zurück. Nach dem 6. Mal ist Schluss – jede weitere Fremdwährungszahlung kostet dich dann wieder die vollen 1,5 %.

Bargeldbehebungen

Auch fürs Geld abheben im Ausland musst du bei der Erste Bank tief in die Tasche greifen. Folgende Kosten fallen am Bankomaten mit der Austrian Miles & More Kreditkarte an:³

  • Kreditkarten-Bargeldbehebung in EUR: 3 %, mindestens 3,63 EUR
  • Kreditkarten-Bargeldbehebung in Fremdwährung: 3 % vom Betrag (mind. 3,63 EUR) + 1,5 % Fremdwährungsgebühr

Was lernen wir daraus? Genau wie die meisten anderen Kreditkarten ist auch die Miles & More Karte absolut nicht fürs Geldabheben gedacht. Wenn du im Ausland Bargeld brauchst, solltest du günstigere Alternativen nutzen – wie zum Beispiel die internationale Wise Debitkarte.

Der Wechselkursaufschlag

Bei der Umrechnung wird der Mastercard Wechselkurs verwendet. Das ist soweit Standard und nicht unbedingt schlechter oder besser als bei anderen Karten. Aber: Mastercard rechnet nicht zum echten Devisenmittelkurs um, sondern mit einem kleinen Aufschlag. Den aktuellen Kurs kannst du auf der Mastercard Website⁴ sehen und mit dem offiziellen Wechselkurs vergleichen.


Meilenwert vs. Gebühren: Die ehrliche Rechnung

Mit fast 240 EUR im Jahr ist die Austrian Miles & More Premiumcard nicht gerade ein Schnäppchen. Da fragst du dich wahrscheinlich, ob sich das Meilen sammeln wirklich lohnt. Mit der Karte sammelst du 1 Prämienmeile pro 1,50 EUR Umsatz, brauchst aber hohe Summen, um dich überhaupt für einen Flug oder ein Upgrade zu qualifizieren.

Um ein Gefühl für den echten Gegenwert zu bekommen, hilft eine konkrete Rechnung. Hier ein paar Beispiele aus den regulären Einlöse-Quoten⁵ bei teilnehmenden Airlines – natürlich gibt es aber hin und wieder auch Schnäppchen:

Award FlightsBenötigte MeilenErforderlicher KartenumsatzEinordnung
Europa-Flug (Economy)28.000 Meilen42.000 EURFür einen Flug, der regulär oft nur 120 bis 250 EUR kostet, ist der Gegenwert eher gering. Steuern und Gebühren kommen zusätzlich dazu.
Nordamerika (Business Class)125.000 Meilen187.500 EURKann sich lohnen: Solche Tickets kosten häufig 2.000 bis 3.000 EUR oder mehr.
Südostasien (Business Class)200.000 Meilen300.000 EUREigentlich nur interessant für Vielzahler mit hohem Jahresumsatz und klarer Strategie.

Die Tabelle zeigt es ziemlich deutlich: Das Meilen sammeln lohnt sich mit dieser Karte vor allem dann, wenn du viel Umsatz über die Karte laufen lässt und deine Meilen gezielt für Business- oder First-Class-Flüge einsetzt. Wie gesagt, gibt es durchaus Wege, Schnäppchen zu finden – beachte aber, dass du deine Miles & More Meilen nicht einfach überall verwenden kannst, sondern nur bei teilnehmenden Airlines.

Ein weiterer Punkt, der oft vergessen wird: Auch bei Prämienflügen fallen Steuern und Gebühren an. Bei Langstreckenflügen können das schnell mehrere hundert Euro sein.


Das perfekte Reise-Duo: Miles & More + Wise

Die Austrian Miles & More Kreditkarte hat ihre Stärken – aber definitiv auch ihre Schwächen, besonders bei Fremdwährungszahlungen. Doch keine Sorge: Durch eine clevere Kombi mit der Wise Debitkarte kannst du bei deinen Reisen rund um den Globus bares Geld sparen.

Wise ist ein internationaler Finanzdienstleister, der sich 2011 auf günstige Auslandsüberweisungen und Fremdwährungszahlungen spezialisiert hat. Mit der Wise Card kannst du in über 40 Währungen und 160 Ländern zahlen – und zwar zum echten Wechselkurs ohne versteckte Aufschläge.

So kombinierst du Wise optimal mit der Austrian Miles & More Kreditkarte:

  • Nutze Wise für alle Zahlungen in Fremdwährungen: Egal ob du in den USA, in Großbritannien, der Türkei oder Thailand unterwegs bist – mit deinen Währungsguthaben zahlst du weltweit gebührenfrei. Sogar Abhebungen sind bis zu 200 EUR ohne Gebühren.*
  • Nutze die Miles & More Karte für EUR-Umsätze und die Versicherungs-Vorteile: Alle Ausgaben innerhalb der Eurozone kannst du problemlos über die Miles & More Karte laufen lassen – hier fallen keine Fremdwährungsgebühren an und du sammelst fleißig Meilen. Außerdem profitierst du vom umfangreichen Versicherungspaket.

Mit dieser Kombination holst du das Beste aus beiden Welten heraus: Du sammelst Meilen bei EUR-Ausgaben, hast Versicherungsschutz für deine Reisen und zahlst im Ausland trotzdem keine überteuerten Fremdwährungsgebühren. Das spart dir über ein Jahr gerechnet locker mehrere hundert Euro – und macht die Jahresgebühr der Miles & More Karte deutlich erträglicher.

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Fazit: Seine Karten richtig spielen

Die Austrian Miles & More Premiumcard lohnt sich hauptsächlich für Vielreisende, die regelmäßig mit der Lufthansa Group fliegen, hohe Kartenumsätze haben und die Premium-Benefits wie Lounge-Zugang und Versicherungen tatsächlich nutzen. Für Gelegenheitsflieger oder alle, die hauptsächlich in der Economy innerhalb Europas unterwegs sind, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis eher durchwachsen.

Der Schlüssel liegt in der cleveren Nutzung: Kombiniere die Miles & More Karte mit Wise für Fremdwährungszahlungen, nutze die sechs kostenlosen Rückforderungen strategisch aus und setze die Karte vor allem dort ein, wo sie ihre Stärken ausspielt – bei EUR-Umsätzen und für den Versicherungsschutz. So holst du den maximalen Nutzen raus!

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Quellen (02/2026):

¹ Neue Austrian Miles & More Kreditkarten, Sparkasse, Jänner 2026
² Austrian Miles & More Premiumcard für PrivatkundInnen, Sparkasse, Jänner 2026
³ Konditionenaushang Karten, Sparkasse, Jänner 2026
Wechselkurse, Mastercard, Jänner 2026
Tabelle für Award Flight Buchungen, Sparkasse, Jänner 2026

*Wise berechnet für Abhebungen keine Gebühren, es können jedoch zusätzliche Gebühren von unabhängigen Geldautomaten-Netzwerken anfallen.


*Bitte siehe dir unsere Nutzungsbedingungen und die Produktverfügbarkeit für deine Region an oder besuche die Wise-Gebührenseite für die aktuellsten Informationen zu Preisen und Gebühren.

Die in dieser Publikation enthaltenen Informationen stellen keine rechtlichen, steuerlichen oder sonstigen professionellen Beratungsfunktionen seitens Wise Payments Limited oder mit Wise verbundenen Unternehmen dar. Die Publikation ist nicht als Ersatz für die Einholung einer Steuerberatung durch einen Wirtschaftsprüfer oder Steueranwalt gedacht.

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