Mindestlohn in der Schweiz: Dein Guide zu Löhnen, Lebenshaltungskosten und Finanzen

Lukas Wolff

Mindestlohn in der Schweiz: Dein Guide zu Löhnen, Lebenshaltungskosten und Finanzen

Die Schweiz ist für viele ein Traumziel, wenn es ums Arbeiten geht: Sie gilt als eines der wohlhabendsten Länder der Welt und lockt mit hohen Löhnen. Gerade für uns Nachbarn in Österreich ist sie durch die gemeinsame Grenze besonders attraktiv. Aber wie sieht es eigentlich mit dem Mindestlohn in der Schweiz aus?

In diesem Artikel beleuchten wir genau das: Wir erklären dir, wie der Mindestlohn in der Schweiz gehandhabt wird, wie viel von deinem Bruttogehalt tatsächlich übrig bleibt und welche Besonderheiten es gibt, wenn du als Österreicher dort arbeitest. Außerdem zeigen wir dir, wie Wise dir dabei helfen kann, deine Finanzen über Ländergrenzen hinweg einfach und kostengünstig zu verwalten.

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Das Konzept des Mindestlohns in der Schweiz – eine Besonderheit

Mindestlohn in der Schweiz: Kantonale Unterschiede und Initiativen
In der Schweiz gibt es, anders als in vielen anderen Ländern, keinen nationalen, gesetzlich festgelegten Mindestlohn. Stattdessen existieren Regelungen auf anderer Ebene:

  • Kantonale Mindestlöhne: Einige Kantone haben eigene Mindestlöhne eingeführt. Das bedeutet, die genaue Höhe kann je nachdem, wo du in der Schweiz arbeitest, variieren.

  • Branchen- und unternehmensspezifische Mindestlöhne: Oft sind Mindestlöhne auch in Gesamtarbeitsverträgen (GAV) für bestimmte Branchen oder direkt in den Unternehmen festgelegt.

Es gab in der Vergangenheit Bestrebungen, einen landesweiten Mindestlohn einzuführen. Eine Volksinitiative aus dem Jahr 2014 forderte beispielsweise einen monatlichen Mindestlohn von 4.000 Schweizer Franken. Diese Initiative wurde jedoch abgelehnt.¹

Hier einige Mindestlöhne je nach Kanton:

KantonMindestlohn pro StundeUmgerechnet pro Monat
Neuenburg21,09 CHF3896,38 CHF
Jura20,60 CHF3805,85 CHF
Tessin19,75 - 20,25 CHF3648,81 - 3741,19 CHF
Genf24,32 CHF4493,12 CHF
Basel-Stadt21,70 CHF (nicht alle Wirtschaftszweige)4009,08 CHF
  • Während in Österreich die Normalarbeitszeit 40 Stunden pro Woche beträgt und man im Monatsdurchschnitt mit 174 Arbeitsstunden rechnet, sind es in der Schweiz eher 42,5 Stunden, wodurch knapp 185 Arbeitsstunden zusammenkommen.²

Zudem gibt es noch einige branchenspezifische Mindestlöhne. Hier ist ganz wichtig zu wissen: Diese sind nicht allgemeingültig. Sie können für alle Angestellten einer Branche gelten, oder nur für Mitarbeiter der Unternehmen, die den Vertrag unterzeichnet haben, nur für bestimmte Kategorien oder nur in bestimmten Kantonen.¹

Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO hat hier eine umfassende Liste veröffentlicht.

Was bleibt netto übrig? Brutto- vs. Nettolohn in der Schweiz

Auch in der Schweiz gibt es einige Abgaben vom Bruttolohn, etwa für die Altersvorsorge oder Unfälle. Mit folgenden Abzügen solltest du vom Bruttolohn rechnen:³

  • AHV/IV/EO-Betrag: Das sind die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV), Invalidenversicherung (IV) und Erwerbsersatzordnung (EO). Sie sorgen im Prinzip dafür, dass, wenn du aus Alters- oder Invadilitätsgründen nicht mehr arbeiten kannst, du weiterhin Geld bekommst. Die AHV ist Teil der 1. Säule der Altersvorsorge.

  • ALV-Beitrag: Das ist die Arbeitslosenversicherung.

  • NBU-Beitrag: Die NBU ist die Nichtbetriebsunfallversicherung. Wenn du während der Arbeitszeit einen Unfall erleidest, dann übernimmt die Betriebsunfallversicherung des Arbeitgebers die Kosten dafür, außerhalb der Arbeit kommt die NBU dafür auf.

  • KTG-Beitrag: Die Krankentagegeldversicherung sorgt dafür, dass du auch im Krankheitsfall weiter Geld erhältst. Üblicherweise schließt sie der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer ab.

  • Pensionskasse: Die Pensionskasse ist die 2. Säule der Altersvorsorge. Sie deckt neben der Altersrente auch Risiken von Tod und Invalidität ab.

  • Quellensteuer: Wie hoch die Quellensteuer ist, hängt vom Einkommen, dem Status (verheiratet, Kinder etc.) und dem Kanton ab.

Nach all diesen Abgaben erhältst du den Bruttolohn. Jetzt denkst du vielleicht: „Fehlt da nicht was?“ Und tatsächlich: die Krankenversicherung! Diese wird in der Schweiz selbst gezahlt und hängt vom Versicherungsunternehmen, Wohnort und gewählter Versicherungsstufe ab. Das Einkommen hat keinen Einfluss auf die Prämienhöhe.

Nachfolgend eine Tabelle, wie sich diese Abgaben konkret beim Medianeinkommen des Jahres 2022 in Höhe von 6788 CHF im Kanton Bern auswirken.⁴

PositionBetrag
Bruttolohn6788 CHF
AHV/IV/EO-Betrag359,76 CHF
ALV-Betrag74,67 CHF
NBU-Betrag97,75 CHF
KTG-Betrag30,55 CHF
Pensionskasse377,14 CHF
Quellensteuer912,99 CHF
Nettolohn4935,14 CHF

Lebenshaltungskosten in der Schweiz – Eine Gegenüberstellung zum Lohn

Gemäß Numbeo betragen die monatlichen Lebenshaltungskosten für eine alleinstehende Person in der Schweiz 1461,30 CHF und für eine Familie 5349,90 CHF.⁵ Diese Angaben sind jedoch ohne Miete.

Für eine Zwei-Zimmer-Wohnung im Stadtkern zahlst du etwa 1560 CHF pro Monat und für eine Vier-Zimmer-Wohnung 2745 CHF. Außerhalb sind es jedoch nur 970 / 1980 CHF. Nachfolgend eine Tabelle für die durchschnittlichen Kosten für verschiedene Produkte und Dienstleistungen in Bern:⁶

PositionBetrag
Bruttolohn6788 CHF
AHV/IV/EO-Betrag359,76 CHF
ALV-Betrag74,67 CHF
NBU-Betrag97,75 CHF
KTG-Betrag30,55 CHF
Pensionskasse377,14 CHF
Quellensteuer912,99 CHF
Nettolohn4935,14 CHF

Numbeo gibt das monatliche Nettoeinkommen in Bern mit 5903,41 CHF an und die Kosten für eine alleinstehende Person mit 1433,30 CHF. Ziehen wir dann noch die Kosten für eine Zwei-Zimmer-Wohnung im Stadtkern ab, landen wir bei einem Überschuss von 2911,68 CHF.

Lebensmittel sind in der Schweiz recht teuer, sodass zwar Selbstkochen immer noch eine gute Wahl ist, aber du dennoch einiges mehr an Geld dafür einrechnen musst, als in Österreich. Wenn du jedoch sparen möchtest, könntest du in eine WG ziehen oder dir eine Wohnung nahe am Arbeitsort suchen.

Arbeiten in der Schweiz als Österreicher – Was du beachten solltest

Ein wichtiger Aspekt bei der Arbeit in der Schweiz als Österreicher ist die Arbeitserlaubnis und Aufenthaltsbewilligung. Da die Schweiz mit der EU/EFTA ein Personenfreizügigkeitsabkommen geschlossen hat, kannst du einfach dort einreisen, wohnen und arbeiten.

Wenn du nur bis zu 90 Tage für einen Arbeitgeber in der Schweiz arbeiten möchtest, musst du dafür keine Erlaubnis holen und benötigst keine Aufenthaltsbewilligung. Nur der Arbeitgeber muss die kurzfristige Erwerbstätigkeit anmelden.

Möchtest du länger als 3 Monate arbeiten, dann benötigst du eine Aufenthaltsbewilligung der Wohnsitzgemeinde. Dazu benötigst du einen gültigen Ausweis oder Reisepass und eine Arbeitsbescheinigung (z. B. Arbeitsvertrag) oder eine Erklärung des Arbeitgebers, dass er dich anstellen wird.

Mit der Aufenthaltsbewilligung kannst du dich in der ganzen Schweiz aufhalten und auch deinen Arbeitgeber wechseln.

Bist du selbstständig, dann musst du dich innerhalb von 14 Tagen bei der Wohnsitzgemeinde melden und ebenfalls Reisepass/Ausweis vorlegen sowie Dokumente, die beweisen, dass du genügend Geld mit deiner selbstständigen Tätigkeit verdienst, um für dich und deine Familie aufzukommen.⁷


Du möchtest in der Schweiz arbeiten, hast aber noch kein Bankkonto? In unserem Leitfaden zeigen wir dir alle nötigen Schritte zur Eröffnung!


Arbeitsrechtliche Unterschiede

In Österreich ist die 40-Stunden-Woche die Norm, in der Schweiz sind es im Durchschnitt hingegen 42,5 und teilweise bis zu 60 Stunden. Bei Führungskräften sind die Überstunden meist Teil des Arbeitsvertrages und werden nicht abgegolten.

Die Urlaubstage sind ebenfalls anders geregelt, mit einem gesetzlichen Anspruch von 20 Wochentagen anstatt wie hierzulande.

Tipps als Grenzgänger

Falls du als Grenzgänger in der Schweiz arbeitest, also deinen Wohnort in Österreich beibehältst, kannst du bei der Krankenversicherung und der Quellensteuer einiges sparen und gleichzeitig die privaten schweizer Vorsorgeleistungen der Säule 3a für deine Altersvorsorge nutzen.

Beachte aber, dass du mit einem Wohnsitz in Österreich weiterhin dort steuerpflichtig bleibst und dort deine Einkommensteuer verrichten musst. Die bereits gezahlte Quellensteuer am Schweizer Arbeitsort wird dann gegengerechnet.⁸

Dein Geld grenzenlos managen mit Wise in der Schweiz

Wenn du eine einfache Möglichkeit zum Verwalten deiner Finanzen suchst, dann ist Wise mit dem Multiwährungskonto möglicherweise die passende Wahl. Damit kannst du Geld in 40+ Währungen halten (darunter EUR und CHF), senden und jederzeit wechseln.

Dabei erhältst du bei einem Währungswechsel stets den Devisenmittelkurs und zahlst nur eine geringe, transparente Gebühr, die dir im Vorhinein angezeigt wird. So vermeidest du teure, oft nicht ausgewiesene Wechselkursaufschläge.

Mit der Wise Debitkarte sind außerdem Ausgaben direkt von deinem Konto möglich. Zahlst du in einer Währung mit dafür vorhandenem Guthaben – etwa in der Schweiz mit dem CHF-Guthaben – ist das kostenlos.

Geldabhebungen bis zu einem Gegenwert von 200 EUR pro Monat in max. 2 Abhebungen sind ebenfalls kostenlos, danach kostet es 1,75 % Gebühren + 0,50 EUR pro Abhebung.

Hier ein Vergleich für eine Auslandsüberweisung mit Wise sowie mit der PostFinance (für Überweisungen aus der Schweiz nach Österreich) und Raiffeisen Oberösterreich (für Überweisungen von Österreich in die Schweiz).⁹⁺¹⁰⁺¹¹⁺¹²

WiseRaiffeisen OberösterreichPostFinance
1000 EUR in CHF933,39 CHF930,08 CHF
5000 EUR in CHF4673,31 CHF4651,28 CHF
25.000 EUR in CHF23,374,11 CHF23.257,28 CHF
1000 CHF in EUR1061,06 EUR 1056,08 EUR
5000 CHF in EUR5310,45 EUR 5280,39 EUR
25.000 CHF in EUR26.560,28 EUR 26.401,94 EUR

Stand 6.6.2025

Wie du siehst, ist Wise also sowohl bei Überweisungen von EUR in CHF als auch von CHF in EUR in diesem Vergleich die günstigere Wahl. Das Konto kannst du innerhalb weniger Minuten komplett online eröffnen.

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Fazit: Deine Chancen am Schweizer Arbeitsmarkt nutzen.

Der Mindestlohn in der Schweiz ist nicht national geregelt, sondern kantonal und branchenabhängig. Bei den Branchen musst du aber genau schauen, denn da gibt es viele Ausnahmen für Firmen, Arbeitszweige oder Kantone.

Im Allgemeinen kann das Arbeiten in der Schweiz eine gute Chance darstellen, neue Erfahrungen zu sammeln und mehr Geld zu verdienen. Es gibt zwar einiges zu beachten, aber im Zweifelsfall kannst du jederzeit zurück nach Österreich kehren.

Damit du dir um die Verwaltung deiner internationalen Finanzen keine Sorgen machen musst, gibt es Wise. Mit dem Multiwährungskonto kannst du EUR, CHF und über 40 andere Währungen halten, senden und zum Devisenmittelkurs wechseln.

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Quellen (Stand 6.6.2025)

1 ch.ch – Löhne in der Schweiz

2 Eidgenössisches Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann EBG – Mehr als 8 Milliarden Arbeitsstunden im Jahr 2024

3 Lohncomputer – Ergebnis der Lohnberechnung

4 BFS Bundesamt für Statistik – 2022 lag der Medianlohn bei 6788 Franken

5 Numbeo – Cost of Living in Switzerland

6 Numbeo – Lebenshaltungskosten in Bern

7 ch.ch – Als Ausländer/in in der Schweiz arbeiten

8 B-Quadrat Finanzberatungs GmbH – Grenzgänger & Steuer

9 Raiffeisen Oberösterreich – Preisaushang

10 Raiffeisen Oberösterreich – Devisen Kursblatt

11 PostFinance – Dienstleistungen und Preise für Privatkund:innen

12 PostFinance – Währungsrechner


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