Arbeiten in der Schweiz als Österreicher: Alles was du wissen musst

Emily Wendt

Arbeiten in der Schweiz ist für viele Österreicher eine attraktive Option. Die Kombination aus stabiler Wirtschaft, vergleichsweise hohen Löhnen und klaren rechtlichen Rahmenbedingungen macht das Land zu einem beliebten Ziel für Fachkräfte aus dem Ausland.

Gleichzeitig bringt der Schritt in die Schweiz auch organisatorische Fragen mit sich – etwa zu Arbeitsbewilligungen, Steuern, Sozialversicherung oder der Verwaltung des eigenen Einkommens in Schweizer Franken.

Dieser Artikel gibt dir einen Überblick darüber, unter welchen Voraussetzungen Österreicher in der Schweiz arbeiten können, welche Formalitäten zu beachten sind und wie du dich finanziell sinnvoll auf den Start vorbereitest. Außerdem zeigen wir, wann Lösungen wie das Multi-Währungs-Konto von Wise bei der Verwaltung von Euro und Schweizer Franken hilfreich sein können.

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Kann man als Österreicher in der Schweiz arbeiten?

Ausländer, die in der Schweiz eine neue Arbeit aufnehmen wollen, benötigen in der Regel eine Arbeitsbewilligung. Ob und wie man eine solche Bewilligung erhält, richtet sich sowohl nach der Staatsangehörigkeit als auch nach der Art der Tätigkeit, die man in der Schweiz ausüben möchte.

Als österreichischer Staatsbürger hast du die Möglichkeit, in der Schweiz zu arbeiten. Dank der Vereinbarungen zur Personenfreizügigkeit zwischen der EU/EFTA und der Schweiz ist es erlaubt, dort zu leben und zu arbeiten.

Braucht man ein Arbeitsvisum für die Schweiz als Österreicher?

Kurzfristige Beschäftigung (max. 90 Tage)

Möchtest du bis zu drei Monate in der Schweiz arbeiten oder dort im Kalenderjahr bis zu 90 Tage Dienstleistungen erbringen, ist eine Aufenthaltsbewilligung nicht nötig. Beachte aber: Dein Arbeitgeber muss dich im Voraus für die Ausübung einer kurzfristigen Erwerbstätigkeit in der Schweiz anmelden.

Langfristige Anstellung (3+ Monate)

Wenn du länger als drei Monate in der Schweiz arbeiten möchtest, musst du vor Arbeitsbeginn bei der zuständigen Gemeinde eine Aufenthaltsbewilligung beantragen, die gleichzeitig als Arbeitsbewilligung gilt. Dazu brauchst du einen gültigen Pass oder Personalausweis und eine Bestätigung deines Arbeitgebers über deine Anstellung, zum Beispiel einen Arbeitsvertrag. Diese Bewilligung ist in der ganzen Schweiz gültig und erlaubt dir auch einen Stellen- oder Arbeitgeberwechsel. Die Gültigkeitsdauer der Bewilligung richtet sich nach der Dauer deines Arbeitsverhältnisses.1

Wie findet man einen Job in der Schweiz?

In der Schweiz gibt es verschiedene Möglichkeiten, eine passende Stelle zu finden. Hier einige der gängigsten:

Online-Jobbörsen

Jobbörsen sind eine der beliebtesten Möglichkeiten, eine Stelle zu finden. Verschiedene grössere und kleinere Jobbörsen bieten eine Vielfalt von Stellenangeboten in verschiedenen Branchen und Regionen an.

Zu den bekanntesten Jobbörsen gehören:

  • jobs.ch
  • monster.ch
  • jobscout24.ch
  • Indeed.ch
  • Schweizerische Eidgenossenschaft

Berufsverbände

Berufsverbände und Branchenplattformen sind gute Informationsquellen für Stellenangebote in der jeweiligen Branche. Außerdem können sie beim Networking und bei der Jobsuche behilflich sein.

Personalvermittlungen

Personalagenturen haben Zugang zu offenen Stellen und können Kandidaten bei der Stellensuche und im Bewerbungsprozess beraten. Häufig kennen sie auch geeignete Unternehmen mit freien Stellen.

Mit der richtigen Strategie hast du gute Chancen, in der Schweiz einen Job zu finden, der zu dir passt.

Wie viel verdient man in der Schweiz?

Neben einer starken Wirtschaft zeichnet sich die Schweiz durch eine hohe Lebensqualität aus. Das spiegelt sich auch in der vielfältigen Berufslandschaft und den attraktiven Löhnen wider.

Ob in kaufmännischen oder technischen Berufen, im Management oder im Gesundheitswesen - die Möglichkeiten für eine erfüllende Karriere sind grenzenlos.

Die monatlichen Durchschnittsgehälter variieren je nach Berufsfeld. Im Folgenden einige Beispiele, die das breite Gehaltsspektrum in der Schweiz veranschaulichen: 2

Berufsfeld: Durchschnittsgehalt:
Elektriker CHF 66.079
Kaufmann CHF 66.079
Verkaufsberater CHF 54.625
Assistent CHF 66.278
Sachbearbeiterin CHF 71.500
Pflegefachperson CHF 79.034
Maurer CHF 69.960
Projektleiter CHF 93.839
Architekt CHF 80.664

Falls du dich über den Mindestlohn in der Schweiz informieren möchtest, findest du alle wichtigen Details in unserem dazugehörigen Beitrag hier.


Wie funktioniert das Steuersystem in der Schweiz?

Charakteristisch für das schweizerische Steuersystem sind der Föderalismus und die Autonomie der Gemeinden. So hat jeder der 26 Kantone weitreichende Kompetenzen bei der Festlegung seiner Steuern und Steuersätze.

Daraus ergibt sich ein facettenreiches Mosaik aus unterschiedlichen Steuern auf kantonaler, kommunaler und Bundesebene.

Die Einkommensteuer für natürliche Personen ist in der Regel progressiv. Der Steuersatz steigt mit dem Einkommen, ist aber auf Bundesebene auf 11,5 % begrenzt.

Durch den Wettbewerb zwischen den Kantonen werden attraktive Steuersätze gefördert.

Mit der Wahl des Wohnsitzkantons kann eine steuerliche Entlastung erreicht werden. Auch Quellensteuern, Vermögens- und Erbschaftssteuern unterscheiden sich von Kanton zu Kanton zum Teil erheblich.3

Steuerpflichtige Personen

  • Steuerpflicht in der Schweiz bei ständigem oder vorübergehendem Wohnsitz (Aufenthalt ab 30 Tagen aus beruflichen Gründen oder ab 90 Tagen aus privaten Gründen)
  • Ehepaare und Kinder werden gemeinsam veranlagt
  • Quellensteuer für ausländische Arbeitnehmer ohne Betriebsstätte

Steuerbares Einkommen

  • Unbeschränkte Steuerpflicht auf alle Einkünfte bei Wohnsitz
  • Verschiedene Abzüge möglich (Beruf, Kinder, Vorsorge etc.)
  • Kapitalgewinne auf Privatvermögen sind steuerfrei

Quellensteuer

  • Besteuerung ausländischer Arbeitnehmer direkt an der Quelle
  • Steuererklärung ab einem Jahreseinkommen von 120.000 CHF
  • Keine Steuererklärung möglich, wenn der Wohnsitz im Ausland ist

Expatriates

  • Steuerliche Begünstigungen für entsandte Fachkräfte für bis zu 5 Jahre
  • Abzug von berufsbedingten Kosten wie Umzug, Unterkunft etc.

Arbeiten als Grenzgänger: Besonderheiten für Österreicher

Für viele Österreicher ist das Arbeiten in der Schweiz als Grenzgänger eine gängige Option. Dabei liegt der Wohnsitz weiterhin im Ausland, während die Erwerbstätigkeit in der Schweiz ausgeübt wird.

Grenzgänger unterliegen in der Regel der Quellenbesteuerung in der Schweiz. Je nach Wohnsitzland und geltenden Doppelbesteuerungsabkommen kann eine zusätzliche steuerliche Erklärungspflicht im Wohnsitzstaat bestehen.

Auch organisatorisch ergeben sich Besonderheiten, etwa bei der Krankenversicherung oder der Verwaltung des Einkommens in Schweizer Franken. Da Einnahmen und Ausgaben oft in unterschiedlichen Währungen anfallen, spielt eine übersichtliche Finanzorganisation eine wichtige Rolle. 6

Wie ist das Sozialversicherungssystem in der Schweiz?

Wer in der Schweiz arbeitet, ist grundsätzlich sozialversicherungspflichtig. Dazu gehört auch die Krankenversicherung, die für Arbeitnehmer verpflichtend ist. In der Regel erfolgt die Absicherung automatisch im Rahmen der Anstellung.

Die Sozialversicherungen decken unter anderem Altersvorsorge, Invalidität, Erwerbsausfall und Arbeitslosigkeit ab. Die Beiträge werden – je nach Versicherungszweig – von Arbeitnehmern und Arbeitgebern gemeinsam getragen.

Für Personen mit Wohnsitz außerhalb der Schweiz, etwa Grenzgänger, gelten teilweise abweichende Regelungen. In diesen Fällen kann es sinnvoll sein, sich frühzeitig über die persönliche Versicherungssituation zu informieren.

In der Schweiz gibt es verschiedene Sozialversicherungen: die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV), die Invalidenversicherung (IV), die Erwerbsersatzordnung (EO) und die Arbeitslosenversicherung (ALV).

Die AHV bietet finanzielle Unterstützung im Alter und im Todesfall.

Die Beiträge werden je zur Hälfte von Arbeitgebern und Arbeitnehmern getragen:

  • AHV: 8,7 % des Einkommens (je zur Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer)
  • IV: 1,4 % des Einkommens (je zur Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer)
  • EO: 0,5 % des Einkommens (je zur Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer)
  • ALV: 2,2 % des Einkommens (nur vom Arbeitnehmer)
  • Die Gesamtbeiträge zur AHV, IV und EO betragen also 10,6 % für Einkommensanteile bis 148.200 CHF.

Dieses System gewährleistet finanzielle Sicherheit in verschiedenen Lebenssituationen.4

Welche Altersvorsorge gibt es in der Schweiz?

In der Schweiz liegt die Regelaltersgrenze bei 65 Jahren. Es gibt es drei Säulen der Altersvorsorge: die AHV-Rente (1. Säule), die BVG-Rente (2. Säule) und die 3.

Die AHV-Rente gewährleistet ein Grundeinkommen im Alter, das von den Beitragsjahren und dem Durchschnittseinkommen abhängt.

Die Rente aus der beruflichen Vorsorge (BVG) basiert auf den eingezahlten Beiträgen und kann als monatliche Rente oder teilweise als Einmalzahlung bezogen werden.

Die 3. Säule ermöglicht freiwillige Beiträge zur Ergänzung des Altersguthabens und kann meist nur als Einmalzahlung vor oder nach dem ordentlichen Rentenalter bezogen werden.

Wenn die Rente der AHV nicht ausreicht, gibt es Ergänzungsleistungen. Auch Hilfsmittel wie Gehhilfen und Brillen können beantragt werden.5

Finanzorganisation beim Arbeiten in der Schweiz: Wise als Option

Wer in der Schweiz arbeitet, erhält sein Gehalt in der Regel in Schweizer Franken (CHF). Für Österreicher stellt sich damit häufig die Frage, wie sich Einkommen, laufende Ausgaben und Überweisungen nach Österreich möglichst übersichtlich organisieren lassen.

Das Wise Multi-Währungs-Konto kann in diesem Zusammenhang eine praktische Ergänzung oder Alternative zu einem klassischen Schweizer Bankkonto sein – insbesondere in der Anfangsphase oder bei internationalem Zahlungsbedarf.

Mit Wise lassen sich:

  • Guthaben in mehreren Währungen, darunter CHF und EUR, halten
  • Gehaltszahlungen in CHF empfangen
  • Überweisungen zwischen der Schweiz, Österreich und anderen Ländern durchführen
  • Zahlungen mit einer Debitkarte direkt aus dem jeweiligen Währungsguthaben vornehmen

Wise ist kein klassisches Bankinstitut, sondern ein reguliertes E-Geld-Institut. Das Konto wird vollständig online eröffnet und kommt ohne monatliche Kontoführungsgebühr aus. Gebühren für Überweisungen und Währungsumrechnungen werden vorab transparent angezeigt.

Für Menschen, die zunächst flexibel bleiben möchten oder regelmäßig Geld zwischen der Schweiz und dem Ausland bewegen, kann Wise daher eine sinnvolle Lösung sein. Ob langfristig ein lokales Schweizer Bankkonto erforderlich ist, hängt vom individuellen Arbeits- und Lebensmodell ab.

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Fazit

Die Schweiz bietet Österreichern gute berufliche Perspektiven, klare rechtliche Strukturen und attraktive Verdienstmöglichkeiten. Gleichzeitig unterscheidet sich der Alltag – insbesondere bei Steuern, Sozialversicherung und Finanzorganisation – in einigen Punkten deutlich von Österreich.

Wer in der Schweiz arbeitet, sollte sich frühzeitig mit den formalen Anforderungen auseinandersetzen und eine Lösung für den Umgang mit Schweizer Franken finden. Neben klassischen Bankkonten können auch internationale Zahlungsdienstleister wie Wise eine Rolle spielen, etwa für den Gehaltseingang, grenzüberschreitende Überweisungen oder die Verwaltung mehrerer Währungen.

Welche Lösung langfristig am besten passt, hängt von Faktoren wie Aufenthaltsdauer, Wohnsitz, Arbeitgeber und persönlichem Zahlungsbedarf ab. Eine bewusste Planung erleichtert den Start und sorgt für finanzielle Übersicht im Arbeitsalltag.


❓ Häufige Fragen zum Arbeiten in der Schweiz

Brauche ich als Österreicher immer eine Arbeitsbewilligung für die Schweiz?
Für kurzfristige Einsätze bis zu 90 Tagen pro Jahr ist keine Aufenthaltsbewilligung nötig, der Arbeitgeber muss die Tätigkeit jedoch anmelden. Bei einer Anstellung über drei Monate ist eine Aufenthaltsbewilligung erforderlich.

Kann ich in der Schweiz arbeiten, ohne dort zu wohnen?
Ja. Viele Österreicher arbeiten als Grenzgänger in der Schweiz und behalten ihren Wohnsitz in Österreich. Dabei gelten besondere Regelungen bei Steuern und Sozialversicherung.

Wie schnell muss ich mich nach Arbeitsbeginn anmelden?
Bei einer längerfristigen Tätigkeit muss die Anmeldung bei der zuständigen Gemeinde in der Regel innerhalb weniger Tage nach Arbeitsbeginn erfolgen. Die genauen Fristen können je nach Kanton variieren.

Erhalte ich mein Gehalt immer in Schweizer Franken?
In der Praxis ja. Löhne werden in der Regel in Schweizer Franken ausgezahlt, auch wenn der Wohnsitz im Ausland liegt. Das kann bei Überweisungen und laufenden Ausgaben eine Rolle spielen.

Muss ich mich selbst um Krankenversicherung und Sozialabgaben kümmern?
Bei einer regulären Anstellung sind Arbeitnehmer automatisch in das Schweizer Sozialversicherungssystem eingebunden. Für Grenzgänger oder Sonderfälle können abweichende Regelungen gelten.


Quellen (12/2025):

  1. Ch.ch - Als Ausländer/in in der Schweiz arbeiten
  2. Jobs.ch - Vergleiche deinen Lohn
  3. Switzerland Global Enterprise - BESTEUERUNG NATÜRLICHER PERSONEN
  4. Bundesamt für Sozialversicherungen - Beiträge an die Sozialversicherungen
  5. Ch.ch - Das Alterseinkommen
  6. Arbeit.Swiss: Grenzgänger

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